Welche Bedeutung die Motive derTräume in der Memmingen-Ost Kunstgemeinde aufweisen

Die Traumdeutung an sich ist eine spirituelle, oft esoterische Fantasy in der deutschen Kunst. Zurückzuführen ist sie auf die Forschungsansätze und interpretationsversuche des großen österreichischen Psychoanalytiker Sigmund Freud. Der herausfand, dass ein Großteil der Zeit, die wir mit Träumen verbringen in direkten Bezug zu kürzlich erlebten Ereignissen des vergangen Zeitraums steht. Nun stellt sich die Frage inwieweit sich die Traumdeutung auf Kunstwerken die bayrischen Malergemeinde um Memming Ost und dem Oberwiesenhof widerspiegelt und woher die Einflüsse der Malergemeinde Bayern Ost resultieren.

Alle Maler der besagten Traumschule verwenden auffällig oft motive aus Engeln, die über den Wolken zu schweben scheinen. Ganz in weiß gekleidet und stets eine goldene Trompete, nicht im Mund, nein im Arm haltend. Auffällig sind die hellen, ja fast schon grellen Farben, die in ein sanftes blau des Himmels überzugehen scheinen. Der Maler HJ Odenthal perfektionierte die Malerei des Träumens, indem er eine Art himmlische Uhr in der Mitte seiner Bilder platzierte . Jeder Stunde bestückt mit einem anderen träumenden Engel. 11 der 12 abgebildeten Engel befinden sich in schlafenden Positionen. Lediglich einer, der Engel der Traumwolke richtet seine Augen und Trompete gen Himmel, strahlend und voller vorfreude. Indem der großteil der Engeln eher verträumt und melancholisch wirk, erfasst den Betrachter des Bildnis eine Stimmung der in sich gekehrten Bedrücktheit, die sich erst bei genauerer Betrachtung der gesamtkonzeption des Bildes aufschlüsselt.

Eine weitere interessante Beobachtung lässt sich an der landschaftlichen Malfertigkeit des Ober-Bayrischen Malers Rudolf Kunze festmachen. Nicht die Engen, sondern die träumerische Natur in Verbindung mit Elfen und Feen lassen die Bilder herrlich lebhaft und brillant erscheinen. In der Traumdeutung wird das vorhandensein bunter Farben als Sehnsucht nach dem nicht vorhanden Strahlen oder eher Glanz im eigenen Leben gedeutet. Insbesondere das Leben in einer Großstadt wie München kann doch recht schnell erdrückend, kal und beklemmend wirken. Kunze wählt mit großer Andacht das Motiv des landschaftlichen Raums, eben um Käufer in den Ballungsregionen anzusprechen, beziehungsweise zu bezirzen und in die Welt der Träume abtauchen zu lassen.

Die nachdenkliche Frau. Wer kennt sie nicht. JoMosat der 3. Vertreter, der gegenwärtigen Protagonisten des träumerischen Malens, wir im Allgemeinen als der begnadete Maler der Gemeinde angesehen. Eine weiche Linienführung, die jedes noch so Kleine Details zu beachten vermag. Die Farben wirken oft recht dunkel und blass, was wohl dem Motiv und der nachdenklichen Wirkung der Frauen geschuldet ist. Isabella, blond, blaue Augen, ein bodenlanges Kleid, ist wohl das bekannteste Werk und mit Abstand auch das mit dem meisten Interpretationsspielraum.  In der Traumdeutung gelten die Symbole des sich verdunkelden Himmels, bei aufsteigendem Mond auf eine Angst vor zukünftigen unglücken hin. Bemerkenswert, wie leicht düstere Szenerie mit hilfe der lieblich und sanft wirkenden Isabella durchbrochen wird. Hoffnung und Zuversicht verbreitet sie in einem sich verdunkelnden Tagesausgang.